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HARK-Kaminofen richtig einstellen - Primär- und Sekundärluft

Eduard Wendt

Eduard Wendt

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14. Juni 2026

Explosionszeichnung eines Kaminofens, die zeigt, wie man die Luftzufuhr regelt: Primär-, Sekundär- und Tertiärluftzufuhr.
Wenn die Flammen im HARK-Kaminofen plötzlich laut fauchen, die Scheibe verrußt oder das Holz nur langsam vor sich hin glimmt, stimmt meist die Luftzufuhr nicht. Ich zeige, wie Primär- und Sekundärluft beim Anheizen, im normalen Abbrand und beim Nachlegen sinnvoll eingestellt werden und woran Sie erkennen, ob zu viel oder zu wenig Sauerstoff in den Feuerraum gelangt.

Die richtige Luftstellung sorgt für saubere Flammen und sicheren Betrieb

  • Beim Anheizen Primär- und Sekundärluft vollständig öffnen.
  • Nach dem Erreichen der Betriebstemperatur die Primärluft auf ein Minimum stellen.
  • Den laufenden Holzabbrand überwiegend über die Sekundärluft regeln.
  • Die optimale Einstellung hängt von Holzfeuchte, Schornsteinzug und Wetter ab.
  • Die Luftregler niemals so weit schließen, dass das Feuer nur noch qualmt oder stark rußt.

Explosionszeichnung eines Kaminofens mit hervorgehobener Primär-, Sekundär- und Tertiärluftzufuhr zur Regelung der Verbrennung.

Welche Luftregler ein HARK-Kaminofen besitzt

Bei vielen HARK-Modellen sitzen die Regler oberhalb des Aschekastens. Häufig befindet sich links die Primärluft und rechts die Sekundärluft. Die Primärluft gelangt von unten an das Glutbett und hilft vor allem beim Anheizen, während die vorgewärmte Sekundärluft im oberen Feuerraumbereich die Holzgase nachverbrennt und die Scheibe sauberer hält.

Die Anordnung ist jedoch nicht bei jedem Gerät gleich. Einige HARK-Kaminöfen besitzen eine Einhebel- oder 3-in-1-Regelung, bei der ein Drehknopf das Verhältnis der Luftströme automatisch vorgibt. Bei Modellen mit Abbrand-Automatik übernimmt ein Temperaturfühler einen Teil der Regelung. Deshalb sollte die Bedienungsanleitung des konkreten Ofens immer Vorrang haben.

Ich würde mich nicht auf die Stellung „halb offen“ oder eine bestimmte Markierung verlassen. Ein kräftiger Schornsteinzug kann bei gleicher Reglerstellung deutlich mehr Luft durch den Ofen ziehen als ein schwacher Zug. Entscheidend sind deshalb das Flammenbild, die Temperaturentwicklung und ein raucharmer Abbrand.

So stellen Sie die Luft beim Anheizen ein

Starten Sie nur mit trockenem, unbehandeltem Holz. Die Feuerraumtür bleibt geschlossen, die Aschekastenklappe ebenfalls. Bei einem HARK-Ofen mit getrennten Luftreglern werden Primär- und Sekundärluft zunächst vollständig geöffnet. Eine vorhandene Anheizeinrichtung wird nach der Vorgabe des Herstellers ebenfalls geöffnet.
  1. Legen Sie die Holzscheite und das Anzündholz locker in den Feuerraum. Die Luft muss zwischen den Scheiten zirkulieren können.
  2. Verwenden Sie einen geeigneten Kaminanzünder. Papier, Pappe, Spiritus und Benzin gehören nicht in den Ofen.
  3. Öffnen Sie beim kalten Ofen beide Luftregler vollständig.
  4. Schließen Sie die Feuerraumtür und lassen Sie das Holz zügig anbrennen.
  5. Warten Sie, bis ein kräftiges Flammenbild und ein stabiles Glutbett entstanden sind.

Die Anheizphase dauert nicht immer gleich lang. Bei kaltem Schornstein, feuchter Witterung oder wenig Zug kann sie länger dauern, bei starkem Unterdruck deutlich kürzer. Ich reduziere die Luft deshalb nicht nach einer festen Minutenzahl, sondern erst dann, wenn Ofen und Abgasweg sichtbar auf Temperatur sind und die Flammen das Holz rundherum erfassen.

Ein gutes Zeichen ist, wenn anfänglich dunkle Schamottesteine wieder heller werden und kein sichtbarer Rauch mehr aus dem Schornstein austritt. Wird zu früh gedrosselt, kühlt der Feuerraum ab. Dann entstehen mehr Ruß und unverbrannte Holzgase, die Scheibe wird schwarz und der Schornstein wird stärker belastet.

Wie Sie den laufenden Holzabbrand regeln

Ist das nachgelegte Holz vollständig entzündet, wird die Primärluft bei vielen HARK-Modellen auf Minimum oder geschlossen gestellt. Die Verbrennung wird danach hauptsächlich über die Sekundärluft geführt. Genau hier liegt der häufigste Bedienfehler: Viele schließen beide Regler weitgehend, weil sie die Brenndauer verlängern möchten.

Das funktioniert bei einem Holzofen nicht sauber. Holz muss zunächst ausgasen, bevor die entstandenen Holzgase verbrennen können. Dafür braucht der Feuerraum ausreichend heiße Sekundärluft. Eine langsam tanzende, gelblich helle Flamme ist meist ein besseres Zeichen als ein extrem lautes Feuer oder ein kaum sichtbares Glimmen.

Betriebszustand Primärluft Sekundärluft Woran Sie die richtige Einstellung erkennen
Kalter Ofen und Anheizen Vollständig offen Vollständig offen Das Holz entzündet sich schnell und der Schornstein beginnt zu ziehen.
Erste stabile Glut Noch offen, danach reduzieren Offen Die Flammen werden kräftiger und der Feuerraum erwärmt sich sichtbar.
Normaler Holzabbrand Minimal oder geschlossen Überwiegend zur Regelung Ruhige, helle Flammen ohne starken Rauch und ohne Fauchen.
Nachlegen Kurzzeitig wieder erhöhen Offen Die neuen Scheite fangen zügig Feuer, ohne dass Rauch in den Raum tritt.

Zu viel Luft erkennen Sie an einem stürmischen Flammenbild, sehr schnellem Holzverbrauch und ungewöhnlich hoher Wärmeabgabe. Zu wenig Luft zeigt sich durch dunkle, träge Flammen, Rauch, einen schmutzigen Sichtbereich oder einen unangenehmen Geruch. In beiden Fällen ist nicht nur der Komfort schlechter, sondern auch die Verbrennung weniger sauber.

Was beim Nachlegen wichtig ist

Nachgelegt wird erst, wenn die leuchtenden Flammen weitgehend zurückgegangen sind und ein ausreichend heißes Glutbett vorhanden ist. HARK empfiehlt bei vielen Holzmodellen, die Luftzufuhr vor dem Öffnen der Tür zu erhöhen. Öffnen Sie die Feuerraumtür anschließend zunächst nur einen Spalt, damit sich der Druck im Feuerraum ausgleichen kann.

Legen Sie nicht mehr Holz auf, als in der Bedienungsanleitung für die Nennwärmeleistung vorgesehen ist. Mehr Holz bedeutet nicht automatisch mehr Effizienz. Ein überfüllter Feuerraum kann zu Überhitzung führen, während zu kleine Mengen den Ofen immer wieder aus dem optimalen Temperaturbereich bringen.

Nach dem Auflegen der Scheite bleibt die Luft zunächst weit geöffnet, bis die neuen Stücke rundherum brennen. Erst dann wird die Primärluft wieder reduziert. Ich beobachte dabei besonders die ersten Minuten nach dem Nachlegen, denn in dieser Phase entscheidet sich, ob der Ofen sauber weiterbrennt oder zu qualmen beginnt.

Warum Holz, Schornstein und Raumluft die Einstellung verändern

Die Reglerstellung allein erklärt nicht jedes Verbrennungsproblem. Scheite aus Buche, Birke oder Esche brennen anders als sehr dünnes Nadelholz. Große Scheite geben ihre Holzgase langsamer ab, kleine Stücke reagieren deutlich schneller auf eine Veränderung der Luftzufuhr.

Verwenden Sie Holz mit einer Holzfeuchte von ungefähr 20 Prozent oder weniger, gemessen im frisch gespaltenen Kern. Feuchtes Holz verbraucht einen Teil der Heizenergie für das Verdampfen von Wasser. Die Folge sind weniger Wärme, mehr Rauch und häufig eine verrußte Scheibe.

Auch der Schornsteinzug schwankt. Ein kalter Schornstein, Wind, Nebel und warme Außentemperaturen können den Zug verändern. Wenn der Ofen an einem kalten Tag gut funktioniert, bei mildem Wetter aber raucht, liegt das nicht zwingend am Regler. Dann sollte der Schornsteinzug fachlich geprüft werden.

Raumluftabhängige Kaminöfen entnehmen ihre Verbrennungsluft aus dem Aufstellraum. Bei sehr dichten Fenstern, einer Abluftanlage oder mehreren Feuerstätten kann ein Unterdruck entstehen. HARK weist bei Geräten der Bauart A1 auf ein notwendiges Raumvolumen von mindestens 4 m³ pro Kilowatt Nennwärmeleistung hin. Ob eine externe Luftzufuhr erforderlich ist, entscheidet der zuständige Schornsteinfeger zusammen mit den Installationsvorgaben des Modells.

Typische Probleme richtig einordnen

Die Scheibe wird schnell schwarz

Meist sind zu feuchtes Holz, zu wenig Sekundärluft oder ein zu frühes Drosseln die Ursache. Prüfen Sie zuerst den Brennstoff und warten Sie mit dem Reduzieren, bis der Ofen wirklich heiß ist. Bleibt die Scheibe trotz trockenen Holzes und ausreichender Luftzufuhr dunkel, kommen auch eine verschmutzte Rauchgasführung, eine verschlissene Türdichtung oder ein unzureichender Schornsteinzug infrage.

Das Holz brennt zu schnell ab

Dann ist der Zug möglicherweise sehr stark oder es gelangt zu viel Primärluft in den Feuerraum. Reduzieren Sie die Primärluft erst nach der Anheizphase und verändern Sie die Sekundärluft nur in kleinen Schritten. Eine Drosselklappe im Rauchrohr darf nicht als Ersatz für die Luftregelung verwendet und niemals so geschlossen werden, dass die Abgase nicht mehr sicher abgeführt werden.

Rauch tritt beim Öffnen der Tür aus

Öffnen Sie die Tür langsam und erhöhen Sie die Luftzufuhr vor dem Nachlegen. Tritt weiterhin Rauch aus, können ein kalter oder zugesetzter Schornstein, zu große Holzscheite, eine blockierte externe Luftleitung oder Unterdruck durch eine Dunstabzugshaube die Ursache sein. In diesem Fall sollten Sie den Ofen nicht einfach mit noch mehr Luft „freibrennen“, sondern die Anlage prüfen lassen.

Lesen Sie auch: Welche Temperatur ist beim Kaminofen richtig? Richtwerte und Tipps

Der Ofen lässt sich nur schwer regulieren

Bei älteren Geräten können Regler, Dichtungen oder Luftkanäle verschmutzt beziehungsweise verschlissen sein. Eine verzogene Türdichtung erkennt man oft an Rußspuren oder fühlbarem Luftzug. Wenn die Regler schwergängig sind oder die Flammen trotz kleiner Änderungen stark reagieren, hilft eine Wartung durch einen Ofenbauer oder Schornsteinfeger meist schneller als weiteres Ausprobieren.

Die passende Einstellung finden Sie am Flammenbild

Für die tägliche Praxis genügt eine einfache Regel. Vollständig öffnen zum Anheizen, die Primärluft nach dem Erreichen der Betriebstemperatur zurücknehmen und die Sekundärluft so einstellen, dass ruhige, helle Flammen entstehen. Die genaue Position ist von Ofen zu Ofen verschieden und darf nicht gegen die Angaben in der HARK-Anleitung verändert werden.

Verwenden Sie ausschließlich die freigegebenen Brennstoffe und lassen Sie einen Kaminofen nie unbeaufsichtigt mit geöffneter Feuerraumtür brennen. Wenn Rauch, ungewöhnliche Geräusche, starke Überhitzung oder wiederkehrender Ruß auftreten, sollte der zuständige Schornsteinfeger die Anlage kontrollieren. Eine gute Luftregelung beginnt nicht am Hebel, sondern mit trockenem Holz, einem passenden Schornstein und einem technisch einwandfreien Ofen.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Beim kalten Ofen werden Primär- und Sekundärluft vollständig geöffnet. Die Feuerraumtür und die Aschekastenklappe bleiben geschlossen. Erst wenn ein kräftiges Flammenbild, ein stabiles Glutbett und ein sichtbar aufgeheizter Feuerraum vorhanden sind, wird die Luft reduziert.

Nach dem vollständigen Entzünden des Holzes wird die Primärluft bei vielen HARK-Modellen auf ein Minimum oder geschlossen gestellt. Die weitere Verbrennung wird überwiegend über die Sekundärluft geregelt. Ruhige, helle Flammen ohne starken Rauch oder Fauchen zeigen meist eine passende Einstellung.

Zu viel Luft führt zu einem stürmischen Flammenbild, sehr schnellem Holzverbrauch und ungewöhnlich hoher Wärmeabgabe. Zu wenig Luft zeigt sich durch dunkle, träge Flammen, Rauch, eine verrußte Scheibe oder unangenehmen Geruch. Die Regler sollten nie so weit geschlossen werden, dass das Feuer nur noch qualmt oder stark rußt.

Trockenes Holz mit ungefähr 20 Prozent Holzfeuchte oder weniger brennt sauberer als feuchtes Holz. Auch Holzart und Scheitgröße beeinflussen den Abbrand. Zusätzlich verändern kalter Schornstein, Wind, Nebel, warme Außentemperaturen und Unterdruck im Aufstellraum den Schornsteinzug und damit die benötigte Luftzufuhr.
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Autor Eduard Wendt
Eduard Wendt
Mein Name ist Eduard Wendt und ich beschäftige mich seit 14 Jahren intensiv mit den Themen Kaminöfen, Schornsteinen und Heiztechnik. Diese lange Zeit hat mir nicht nur ein tiefes Verständnis für die Materie vermittelt, sondern auch die Freude daran geweckt, komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären. Mich fasziniert, wie man mit der richtigen Technik und durchdachten Lösungen für wohlige Wärme und Effizienz im eigenen Zuhause sorgen kann. Auf ofenhaus-thaleischweiler.de teile ich mein Wissen, um Ihnen dabei zu helfen, die besten Entscheidungen für Ihre Heizbedürfnisse zu treffen. Dabei lege ich Wert darauf, aktuelle Entwicklungen im Auge zu behalten und Ihnen stets fundierte, nachvollziehbare Informationen zu präsentieren.
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