Ein alter Rauchrohranschluss wirkt schnell wie ein kleines Renovierungsproblem. Tatsächlich kann eine offene oder falsch verschlossene Stelle jedoch Rauchgase, Feuchtigkeit und im Ernstfall Brandgefahr ins Gebäude bringen. Ich zeige, wie sich eine nicht mehr benötigte Öffnung am Schornstein fachgerecht schließen lässt, wann Zumauern sinnvoll ist und welche Fälle unbedingt mit dem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger abgestimmt werden müssen.
Ein dichter Verschluss schützt Schornstein und Wohnraum
- Öffnung prüfen: Ein Rauchrohranschluss darf nicht mit einer Reinigungs- oder Messöffnung verwechselt werden.
- Schornsteinfeger einbeziehen: Vor dem Verschließen muss geklärt sein, ob der Zug noch von einer anderen Feuerstätte genutzt wird.
- Mineralische Baustoffe verwenden: Ziegel, geeigneter Mörtel und zugelassene nicht brennbare Verschlüsse sind die sichere Wahl.
- Keine Bastellösungen: Bauschaum, Gipskarton, Porenbeton oder eine dünne Blechabdeckung reichen in der Regel nicht aus.
- Stilllegung dokumentieren: Eine dauerhaft nicht mehr genutzte Anlage muss dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger mitgeteilt werden.
Erst klären, welche Öffnung verschlossen werden soll
Bevor ich Mörtel anrühre, prüfe ich immer die Funktion der Öffnung. Ein altes Loch in der Schornsteinwange kann ein Rauchrohranschluss, eine Reinigungsöffnung, eine Messöffnung oder der Zugang zu einem Lüftungs- beziehungsweise Installationsschacht sein. Nur weil eine Öffnung rund ist und ein Ofenrohr hineinpasste, ist sie nicht automatisch zum Zumauern gedacht.
Der alte Rauchrohranschluss
Diese Öffnung verbindet den Aufstellraum mit dem Schornsteinzug und bleibt nach dem Ausbau eines Kaminofens oder Heizkessels oft sichtbar. Wird der Zug weiterhin von einer anderen Feuerstätte genutzt, muss der Anschluss dicht, dauerhaft und nicht brennbar verschlossen werden.
Reinigungs- und Messöffnungen bleiben zugänglich
Eine Reinigungsöffnung darf nicht einfach verschwinden. Der Schornsteinfeger muss den Zug für die Kehrung und Kontrolle erreichen können. Auch eine Messöffnung an einer Abgasleitung wird bei Wartung oder Messung benötigt und erhält deshalb normalerweise einen passenden, dichten Verschluss, aber keinen festen Mauerstopfen.
Bei Unsicherheit sollte die Feuerstätte bis zur Klärung nicht betrieben werden. Ein kurzer Termin mit dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger verhindert, dass eine später mühsam wieder geöffnete Stelle oder ein beanstandeter Brandschutzabschluss entsteht.
Warum ein bisschen Mörtel und Putz nicht genügt
Ein Schornstein ist Teil der Abgasanlage und muss im Betrieb dicht bleiben. Durch eine offene Anschlussstelle können Abgase in den Raum gelangen, während ein undichter Verschluss Ruß, Kondensat und Gerüche ins Mauerwerk einträgt. Besonders kritisch ist das bei Feuerstätten für feste Brennstoffe, weil dort hohe Temperaturen und Glanzruß auftreten können.
Nach den Anforderungen der Kehr- und Überprüfungsordnung müssen nicht mehr benutzte Anschlussöffnungen je nach Situation wangengleich vermauert oder mit einem dauerhaften, nicht brennbaren und ausreichend wärmedämmenden Verschluss geschlossen werden. „Wangengleich“ bedeutet, dass der Verschluss in der Stärke und Ausführung zur vorhandenen Schornsteinwange passt und nicht nur oberflächlich überdeckt wird.
Wird der Schornstein von einer anderen Feuerstätte weiter genutzt, ist die fachgerechte Ausführung besonders wichtig. Wird dagegen die gesamte Anlage dauerhaft stillgelegt, müssen zusätzlich die formalen Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören bei Gasfeuerstätten auch die sichere Unterbrechung der Gaszufuhr und eine Mitteilung an den zuständigen Bezirksschornsteinfeger.
So lässt sich die Öffnung sicher vorbereiten
Die Vorbereitung entscheidet oft darüber, ob der Verschluss dauerhaft hält. Zuerst wird das Rauchrohr entfernt und, falls vorhanden, ein altes Wandfutter ausgebaut. Bei einem mehrschaligen Systemschornstein darf dabei das keramische Innenrohr nicht beschädigt werden. Schon ein kleiner Riss kann später eine aufwendige Sanierung erforderlich machen.
Lose Mörtelreste, Ruß und bröckelnde Steine werden vorsichtig entfernt. Die Kontaktflächen müssen tragfähig und sauber sein. Ruß sollte nicht trocken im Raum verteilt werden, sondern mit geeigneter Absaugung oder einem leicht angefeuchteten Tuch aufgenommen werden.
Lesen Sie auch: Edelstahlschornstein richtig planen und genehmigen lassen
Geeignete Materialien
- passende Ziegel oder Formsteine aus dem vorhandenen Schornsteinaufbau,
- ein für den Untergrund geeigneter mineralischer Mauermörtel,
- bei Systemschornsteinen ein vom Hersteller vorgesehener Verschluss,
- Werkzeug zum vorsichtigen Entfernen loser Teile und zum Verfugen,
- eine temporäre Schalung, damit kein Mörtel in den Schornsteinzug fällt.
Auf Bauschaum, XPS, Holz, Gipskarton und gewöhnlichen Innenputz verzichte ich an dieser Stelle vollständig. Diese Materialien sind entweder brennbar, nicht dauerhaft temperaturbeständig oder für die erforderliche Dichtheit ungeeignet. Auch Schamottmörtel ist nicht automatisch die richtige Lösung, denn bei keramischen Innenrohren gelten die Vorgaben des jeweiligen Schornsteinsystems.
Ein Anschlussloch Schritt für Schritt zumauern

Die folgende Vorgehensweise gilt für eine einfache, dauerhaft nicht mehr benötigte Anschlussöffnung in einem gemauerten Schornstein. Bei einem keramischen Innenrohr, einem Edelstahlrohr oder einer gemeinsamen Abgasanlage mit mehreren Feuerstätten sollte die Ausführung ein Fachbetrieb übernehmen oder zumindest vorher freigegeben werden.
- Betrieb unterbrechen. Alle angeschlossenen Feuerstätten bleiben außer Betrieb, bis die Situation eindeutig geklärt ist.
- Rauchrohr und Wandfutter entfernen. Das Innenrohr des Schornsteins darf dabei weder angeschlagen noch verengt werden.
- Öffnung reinigen. Lose Steine, alte Dichtungen und mürbe Mörtelreste werden bis auf tragfähiges Material entfernt.
- Innenraum sichern. Eine passende, nicht brennbare und nur vorübergehend eingesetzte Schalung verhindert, dass Mörtel in den Zug rutscht.
- Steine einpassen. Die Stücke sollten möglichst passend zugeschnitten werden. Große Hohlräume werden nicht einfach mit Mörtel oder Bauschutt gefüllt.
- Fugen vollständig schließen. Die Verbindung zur vorhandenen Schornsteinwange muss dicht und stabil sein. Der Querschnitt des Innenzugs darf nicht verkleinert werden.
- Oberfläche nacharbeiten. Nach ausreichender Erhärtung kann die Stelle mineralisch verputzt und an die Wand angepasst werden.
Der häufigste Fehler ist ein Verschluss, der vorne sauber aussieht, im Inneren aber Hohlräume oder lose Teile enthält. Ebenso problematisch ist Mörtel, der in den Schornstein gefallen ist und dort den Querschnitt verengt. Deshalb sollte der Bezirksschornsteinfeger die Ausführung vor dem endgültigen Überputzen kontrollieren können, sofern er dies verlangt.
Zumauern, Verschlussdeckel oder Systembauteil
Nicht jede Situation verlangt dieselbe Lösung. Entscheidend ist, ob die Öffnung später wieder gebraucht werden könnte und ob der Schornstein währenddessen von anderen Feuerstätten genutzt wird.
| Variante | Geeignet für | Vorteile | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Dauerhaftes Zumauern | Endgültig aufgegebene Rauchrohranschlüsse | Stabil, dicht und optisch gut anpassbar | Später nur mit erneutem Wandaufbruch nutzbar |
| Nicht brennbarer Verschlussdeckel | Vorübergehende Stilllegung oder mögliche spätere Nutzung | Reversibel und schnell montiert | Muss zum Schornstein passen und vom Fachmann akzeptiert werden |
| Herstellerbauteil | Keramik- und Fertigschornsteine | Auf das System abgestimmt | Nur nach Montagevorgabe verwenden |
Eine einfache Blechkappe aus dem Baumarkt kann bei einem bestimmten System als Übergangslösung funktionieren. Sie ist aber nicht automatisch ein dauerhafter Brandschutzabschluss. Überputzen macht einen ungeeigneten Deckel nicht zulässig, sondern verdeckt nur das Problem.
Was das Verschließen ungefähr kostet
Bei einer kleinen Öffnung liegen die reinen Materialkosten für Ziegel, Mörtel und Putz meist bei etwa 20 bis 80 Euro. Das setzt voraus, dass kein kompliziertes Innenrohr betroffen ist und die Arbeiten selbst ausgeführt werden können.
Für einen Fachbetrieb sind bei einer gut zugänglichen Einzelöffnung grob 200 bis 500 Euro realistisch. Müssen mehrere Anschlüsse entfernt, keramische Bauteile angepasst, Wände neu verputzt oder schwer zugängliche Bereiche bearbeitet werden, kann der Betrag deutlich steigen. Die Kosten für eine Prüfung oder Beratung durch den Bezirksschornsteinfeger kommen je nach Auftrag und Region hinzu.
Ich würde mir bei einem älteren oder mehrschaligen Schornstein immer ein Angebot mit klarer Leistungsbeschreibung geben lassen. Entscheidend ist, ob nur die sichtbare Wandöffnung geschlossen wird oder auch das Innenrohr, das Wandfutter, die Oberfläche und der schriftliche Nachweis der Stilllegung berücksichtigt werden.
Bevor die Wand wieder schön aussieht
Vor dem endgültigen Verputzen sollten Fotos vom geöffneten Anschluss, vom eingesetzten Material und vom fertigen Verschluss aufbewahrt werden. Bei einer dauerhaften Stilllegung gehört außerdem die Mitteilung an den zuständigen Bezirksschornsteinfeger zur sauberen Dokumentation.
Mein praktischer Rat lautet deshalb klar: Einen alten Rauchrohranschluss kann man in vielen Fällen selbst fachgerecht schließen, aber die Entscheidung über die Ausführung darf nicht vom verfügbaren Baumaterial abhängen. Sobald der Schornstein weiter genutzt wird, ein Systeminnenrohr vorhanden ist oder die Funktion der Öffnung unklar bleibt, ist die Abstimmung mit dem Schornsteinfeger der günstigste und sicherste Schritt.