Wer Brennholz für den Kaminofen kauft oder selbst lagert, möchte vor allem eines wissen: Wie trocken muss es wirklich sein, damit es sauber und effizient brennt? Die kurze Antwort auf die Frage, wie viel Restfeuchte Brennholz haben darf, lautet unter 25 Prozent Feuchtegehalt, was ungefähr einem Wassergehalt von höchstens 20 Prozent entspricht. Entscheidend sind außerdem die richtige Messung, eine luftige Lagerung und die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Feuchteangaben.
Die sichere Faustregel für trockenes Kaminholz
- Unter 25 Prozent Feuchtegehalt bezogen auf die Trockenmasse ist der gesetzliche Rahmen für viele handbeschickte Feuerstätten.
- Das entspricht ungefähr höchstens 20 Prozent Wassergehalt bezogen auf die Gesamtmasse.
- Praktisch bewährt sich Brennholz mit etwa 15 bis 20 Prozent Wassergehalt.
- Gemessen wird im Inneren eines frisch gespaltenen Scheits, nicht an der Rinde oder Stirnseite.
- Gut gespaltenes Holz braucht bei überdachter und luftiger Lagerung meist etwa zwei Jahre.
Die kurze Antwort liegt bei 20 bis 25 Prozent
Die deutsche 1. BImSchV schreibt für naturbelassenes Scheitholz einen Feuchtegehalt von unter 25 Prozent bezogen auf das Trocken- oder Darrgewicht vor. Umgangssprachlich wird dieser Wert oft als Restfeuchte bezeichnet. Genau hier entsteht häufig Verwirrung, weil Messgeräte und Händler nicht immer dieselbe Bezugsgröße verwenden.
| Bezeichnung | Bezugsgröße | Orientierungswert |
|---|---|---|
| Feuchtegehalt beziehungsweise Holzfeuchte | Wassermasse im Verhältnis zur trockenen Holzmasse | unter 25 Prozent |
| Wassergehalt | Wassermasse im Verhältnis zur Gesamtmasse | etwa unter 20 Prozent |
| Praktischer Zielbereich | Abhängig von Messgerät und Messmethode | 15 bis 20 Prozent Wassergehalt |
Ein Beispiel macht den Unterschied klar. Enthält ein Holzstück 20 Kilogramm Wasser und 80 Kilogramm trockene Holzsubstanz, beträgt der Feuchtegehalt 25 Prozent, der Wassergehalt bezogen auf die Gesamtmasse aber 20 Prozent. Deshalb sollte ich beim Kauf immer fragen, auf welche Bezugsgröße sich die Angabe bezieht.
Für den Alltag genügt eine einfache Regel. Zeigt ein verlässliches Messgerät im Kern des Holzes ungefähr 15 bis 20 Prozent Wassergehalt an, ist das Scheitholz in der Regel gut für den Kaminofen geeignet. Wird dagegen ein Feuchtegehalt nach Trockenmasse angezeigt, sollte der Wert unter 25 Prozent liegen.
Warum zu feuchtes Holz im Ofen Probleme macht
Feuchtes Brennholz muss zunächst einen Teil der enthaltenen Wärme dafür verwenden, das Wasser zu verdampfen. Diese Energie fehlt für die eigentliche Raumheizung. Das Ergebnis sind niedrigere Flammentemperaturen, ein langsamerer Abbrand und deutlich weniger nutzbare Wärme.
Bei niedrigen Temperaturen verbrennt Holz außerdem unvollständiger. Es entstehen mehr Rauch, Kohlenmonoxid und Feinstaub. Ein verrußtes Sichtfenster ist dabei oft nur das sichtbare Zeichen dafür, dass im Brennraum oder im Schornstein ebenfalls mehr Ablagerungen entstehen können.
Besonders problematisch sind klebrige Teer- und Rußbestandteile im Abgas. Sie können den Schornstein versotten und bei ungünstigen Bedingungen das Risiko eines Schornsteinbrandes erhöhen. Das Umweltbundesamt weist deshalb ebenfalls darauf hin, dass feuchtes Holz nicht nur schlechter heizt, sondern auch die Emissionen und die Belastung der Feuerungsanlage erhöht.
Meine Erfahrung bei der Beurteilung von Kaminöfen ist, dass Nutzer die Luftzufuhr oft zu früh drosseln und die Ursache dann beim Ofen suchen. Wenn das Holz zusätzlich feucht ist, verstärkt sich der Effekt. Trockenes Holz und ausreichend Verbrennungsluft sind die beiden wichtigsten Grundlagen für ein ruhiges, helles Flammenbild.

So messen Sie die Holzfeuchte richtig
Ein kleines elektrisches Holzfeuchtemessgerät liefert brauchbare Richtwerte, wenn es korrekt eingesetzt wird. Die Messung an der Außenseite eines Scheits ist dagegen wenig aussagekräftig, weil die Oberfläche durch Luft und Sonne meist schneller trocknet als der Kern.
- Nehmen Sie mindestens drei bis fünf Scheite aus verschiedenen Bereichen des Holzstapels.
- Spalten Sie die Scheite möglichst mittig.
- Setzen Sie die Messspitzen an der frischen Spaltfläche an, mindestens etwa 5 Zentimeter von den Enden entfernt.
- Messen Sie an mehreren Punkten, darunter möglichst im Kern des Scheits.
- Messen Sie quer zur Holzfaser und bilden Sie aus den Einzelwerten einen Durchschnitt.
Vor der Messung sollte sich das Gerät an die Temperatur des Holzes angepasst haben. Falls das Messgerät verschiedene Holzarten anbietet, stelle ich die passende Einstellung ein, denn die elektrische Leitfähigkeit unterscheidet sich zwischen Buche, Eiche, Fichte und anderen Holzarten.
Ein einzelner Wert von 17 Prozent beweist also nicht automatisch, dass der gesamte Stapel trocken ist. Gerade bei frisch angeliefertem Holz können die Werte zwischen außen liegenden und innen liegenden Scheiten stark schwanken. Mehrere Messungen sind wichtiger als ein besonders niedriger Einzelwert.
Auch Risse an der Stirnseite, ein helles Klopfgeräusch oder geringes Gewicht können Hinweise auf trockenes Holz sein. Als Beweis reichen diese Merkmale aber nicht aus. Für eine Kaufreklamation oder eine genaue Kontrolle ist ein geeignetes Messgerät deutlich zuverlässiger als der optische Eindruck.
Wie Brennholz zuverlässig trocken wird
Die Trocknung beginnt nicht erst im Holzschuppen, sondern schon beim Zuschnitt. Dünner gespaltene Scheite trocknen wesentlich schneller als dicke Rundlinge. Für viele Kaminöfen sind Scheite mit 25 bis 33 Zentimetern Länge üblich, wobei die genaue Größe zur Feuerraumöffnung und zur Herstellerangabe passen muss.
Das Holz sollte über dem Boden liegen, damit keine Erdfeuchtigkeit aufsteigt. Zwischen den einzelnen Reihen muss Luft zirkulieren können. Eine Überdachung schützt vor Regen, während die Seiten offen bleiben sollten. Eine rundum mit Folie verschlossene Abdeckung hält die Feuchtigkeit eher fest, als dass sie das Holz trocknet.
- Holz auf Paletten, Latten oder einem stabilen Unterbau lagern.
- Die Stirnseiten möglichst dem Wind aussetzen.
- Nur die Oberseite abdecken, nicht den gesamten Stapel luftdicht einpacken.
- Abstand zu feuchten Hauswänden und zum Erdreich einhalten.
- Den Stapel vor dem Verfeuern erneut im Kern messen.
Das Umweltbundesamt nennt für luftig und überdacht gelagertes Holz häufig eine Trocknungszeit von rund zwei Jahren. Das ist ein guter Richtwert, aber kein Versprechen. Dünnes Fichtenholz kann früher trocken sein, während dicke Eichen- oder Buchenstücke je nach Lagerplatz länger benötigen.
Ich würde deshalb nie allein nach dem Kalender entscheiden. Ein Holzstapel, der zwei Sommer im Schatten und bei schlechter Luftbewegung stand, kann feuchter sein als dünn gespaltenes Holz, das nur ein Jahr an einem trockenen, windigen Platz lag. Die Messung entscheidet, nicht das Alter des Stapels.
Worauf Sie beim Kauf und beim Verbrennen achten sollten
Beim Kauf sollte die Angabe zur Holzfeuchte möglichst schriftlich festgehalten werden. Fragen Sie nach der verwendeten Messmethode und danach, ob der Wert als Feuchtegehalt oder als Wassergehalt angegeben ist. Bei größeren Lieferungen ist es sinnvoll, die Feuchte direkt bei der Anlieferung an mehreren Scheiten zu prüfen.
Auch die Mengeneinheit spielt eine Rolle. Ein Raummeter beschreibt ein aufgeschichtetes Holzvolumen, während ein Schüttraummeter deutlich mehr Luftzwischenräume enthält. Wird Brennholz nach Gewicht verkauft, bezahlt man bei feuchtem Holz zwangsläufig mehr Wasser mit. Trockenheit und Mengeneinheit gehören deshalb immer zusammen.
In den Kaminofen gehört ausschließlich naturbelassenes, unbehandeltes Holz. Lackierte Bretter, Spanplatten, imprägniertes Holz und beschichtete Möbelreste sind im privaten Ofen nicht zulässig und können giftige Schadstoffe freisetzen. Auch sehr feuchte Rinde oder nasses Restholz aus dem Garten ersetzt kein geeignetes Scheitholz.
Wenn trockenes Holz trotzdem stark qualmt, liegt die Ursache nicht zwingend bei der Restfeuchte. Möglich sind eine zu stark gedrosselte Luftzufuhr, zu große Scheite, ein ungünstiger Schornsteinzug oder ein verschmutzter Ofen. Das Holz sollte nach dem Anheizen schnell eine stabile Flamme entwickeln, statt lange zu schwelen.
Ein häufiger Fehler besteht darin, feuchtes Holz im warmen Wohnzimmer „nachzutrocknen“. Die Oberfläche wird dabei zwar trocken, der Kern bleibt jedoch oft feucht. Besser ist eine dauerhaft luftige Lagerung im geschützten Außenbereich, gefolgt von einer kurzen temperierten Lagerung vor dem Einlegen in den Ofen.
Der beste Grenzwert zeigt sich im Kern des Scheits
Für die Praxis können Sie sich an zwei Zahlen orientieren. Liegt der Feuchtegehalt nach Trockenmasse unter 25 Prozent, erfüllt das Holz den maßgeblichen Rahmen der 1. BImSchV. Entspricht die Anzeige dem Wassergehalt der Gesamtmasse, sollte sie ungefähr 20 Prozent oder weniger betragen.
Wer sauber, sparsam und schonend heizen möchte, misst mehrere Scheite im Inneren, lagert das Holz überdacht und gut belüftet und kauft nur naturbelassenes Brennholz. Diese wenigen Schritte machen meist einen größeren Unterschied als ein teurer Ofen oder ein besonders ausgeklügeltes Anzündsystem.