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Schornstein von unten kehren - so geht es sicher

Eduard Wendt

Eduard Wendt

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21. Mai 2026

Ein Schornsteinfeger steht auf einem Dach und lässt eine Bürste in den Schornstein von unten kehren.

Wenn der Zugang zum Dach schwierig oder schlicht unsicher ist, stellt sich schnell die Frage, ob sich der Schornstein vom Heizraum oder vom Kaminofen aus reinigen lässt. In vielen Anlagen funktioniert das, sofern eine geeignete Revisionsöffnung vorhanden ist und der Schornsteinfeger diese Vorgehensweise freigibt. Ich zeige, wie die Reinigung von unten abläuft, welche Werkzeuge passen, wo die Methode an ihre Grenzen kommt und was in Deutschland rechtlich zu beachten ist.

Die Reinigung von unten kann sicher und sauber funktionieren

  • Revisionsöffnung: Sie muss unterhalb des untersten Feuerstättenanschlusses liegen und sicher zugänglich sein.
  • Werkzeug: Bürste, flexible Stangen und ein geeigneter Kehrstaubsauger müssen zum Schornstein passen.
  • Sicherheit: Der Ofen muss vollständig abgekühlt sein, bevor gereinigt wird.
  • Grenzen: Glanzruß, Verstopfungen, Schäden oder Asbest gehören in die Hände eines Fachbetriebs.
  • Vorgaben: Die erforderlichen Kehrintervalle stehen im Feuerstättenbescheid und richten sich nach der Nutzung.

Wann sich ein Schornstein von unten kehren lässt

Die Reinigung von unten ist möglich, wenn am unteren Ende des senkrechten Schornsteinteils eine Reinigungs- oder Revisionsöffnung vorhanden ist. Sie befindet sich normalerweise unterhalb des niedrigsten Anschlusses für Kaminofen, Heizkessel oder Rauchrohr. Durch diese Öffnung wird die Bürste in den Zug eingeführt und nach oben geschoben.

Der Vorteil liegt auf der Hand. Niemand muss auf ein rutschiges Dach steigen, und bei einem gut abgedichteten Zugang bleibt der Ruß weitgehend dort, wo er hingehört. Aus meiner Sicht ist die Methode besonders bei niedrigen Gebäuden, zugänglichen Kellerräumen und modernen Schornsteinsystemen praktisch.

Situation Reinigung von unten Meine Einschätzung
Freie Revisionsöffnung am Schornsteinfuß Meist gut möglich Geeignet, wenn Bürste und Stangen zum System passen
Kein unterer Reinigungsverschluss Nicht sinnvoll Keine Bauteile eigenmächtig öffnen oder entfernen
Starker, harter Glanzruß Nur eingeschränkt möglich Fachbetrieb mit Spezialverfahren beauftragen
Schornstein mit mehreren Versätzen Abhängig vom System Vorher technische Eignung prüfen lassen

Bei einem gemauerten Zug mit mehreren Richtungsänderungen kann die Bürste stecken bleiben oder einen Teil der Innenwand nicht erreichen. Auch ein eingezogenes Edelstahlrohr verlangt ein passendes Reinigungswerkzeug. Der Durchmesser der Bürste darf nicht einfach nach Gefühl gewählt werden, weil eine zu große Bürste das Rohr beschädigen und eine zu kleine Bürste Ablagerungen stehen lassen kann.

So läuft die Reinigung von unten Schritt für Schritt

Vor dem Öffnen muss der Kaminofen oder Heizkessel vollständig abgekühlt sein. Ich entferne lose Asche aus dem Feuerraum, schließe Ofentür und Luftregler und sorge dafür, dass keine Zugluft den Ruß durch die Wohnung verteilt. Brennbare Gegenstände sollten aus dem unmittelbaren Arbeitsbereich verschwinden.

Arbeitsplatz staubarm vorbereiten

Um die Revisionsklappe wird eine dichte Abdeckung gelegt. Die Öffnung selbst sollte nach Möglichkeit mit einem geeigneten Kehrstaubsauger verbunden werden, der für sehr feine Rußpartikel ausgelegt ist. Ein gewöhnlicher Haushaltsstaubsauger ist dafür keine gute Wahl, weil Rußfilter schnell überfordert sind und feiner Staub wieder in den Raum gelangen kann.

Auch angrenzende Rauchrohröffnungen müssen geschlossen bleiben. Bei einem Kaminofen mit mehreren Reinigungsdeckeln prüfe ich zuerst, welcher Zugang tatsächlich zum senkrechten Schornstein führt. Das Rauchrohr ist nicht automatisch der Schornstein. Beide Bereiche müssen bei Bedarf getrennt gereinigt werden.

Mit passenden Stangen nach oben arbeiten

Die Bürste wird vorsichtig in den Schornstein eingeführt und mit einzelnen Stangen verlängert. Gearbeitet wird mit ruhigen, gleichmäßigen Bewegungen. Gewalt oder ruckartiges Stoßen bringt wenig und kann bei empfindlichen Innenrohren Schäden verursachen.

Die Bürste sollte den gesamten Querschnitt erreichen, ohne sich zu verkanten. Bei keramischen Systemen, Edelstahlrohren oder speziellen Abgasleitungen gelten die Vorgaben des jeweiligen Herstellers. Nylon- oder Kunststoffbürsten sind nicht für jeden Schornstein gleich gut geeignet, während harte Metallbürsten empfindliche Innenflächen beschädigen können.

Ruß auffangen und Zugang kontrollieren

Beim Aufwärtsschieben löst sich der Ruß und fällt zur Schornsteinsohle. Nach mehreren Durchgängen werden die Stangen wieder entfernt, die Revisionsöffnung vorsichtig geöffnet und die Ablagerungen mit einem geeigneten Gerät aufgenommen. Der Schornsteinfuß und die Klappe dürfen nicht mit einer dicken Rußschicht zurückbleiben.

Nach der Reinigung kontrolliere ich, ob der Zug frei ist, die Revisionsklappe dicht schließt und kein Material im unteren Bereich liegen bleibt. Eine Sichtprüfung mit einer Lampe kann helfen, ersetzt aber keine fachgerechte Kontrolle der gesamten Anlage. Besonders wichtig ist, ob die Bürste wirklich bis zum oberen Ende gelangt ist.

Welche Werkzeuge geeignet sind und was sauber werden muss

Für einen einfachen, geraden Zug reichen oft flexible Kehrstangen mit passender Bürste. Bei längeren oder verwinkelten Anlagen werden stabilere Systeme benötigt. Die Entscheidung hängt von Querschnitt, Innenauskleidung, Länge und Anzahl der Versätze ab.

  • Kehrbürste: passend zum Durchmesser und Material des Schornsteins
  • Flexible Stangen: zum sicheren Erreichen des oberen Bereichs
  • Rußsack oder Kehrbehälter: zum staubarmen Auffangen der Ablagerungen
  • Schutzmaske und Handschuhe: sinnvoll beim Umgang mit feinem Ruß
  • Geeigneter Kehrstaubsauger: möglichst mit leistungsfähiger Feinstaubfilterung

Bei einem klassischen gemauerten Schornstein ist die mechanische Reinigung meist unkompliziert, solange der Zug frei und nicht stark verengt ist. Ein Edelstahl-Innenrohr verlangt dagegen besondere Rücksicht. Für Pelletöfen, Ölfeuerstätten und Abgasanlagen mit speziellen Einlagen gelten zusätzlich die Angaben des Herstellers.

Die Reinigung endet nicht unbedingt an der Revisionsklappe. Auch das Verbindungsstück zwischen Ofen und Schornstein, Umlenkungen im Kaminofen und vorhandene Rauchrohrklappen können Ablagerungen enthalten. Gerade waagerechte oder leicht ansteigende Rohrstücke setzen sich oft schneller zu als der senkrechte Zug.

Ein häufiger Fehler besteht darin, nur den sichtbaren Bereich am Ofen zu säubern. Wenn der Schornstein zwar unten sauber aussieht, sich aber weiter oben eine harte Ablagerung gebildet hat, bleibt das eigentliche Problem bestehen. Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks weist deshalb darauf hin, dass bei der Kehrung nicht nur Ruß entfernt, sondern auch der freie Querschnitt und die Betriebssicherheit der Abgasanlage berücksichtigt werden.

Wo die Reinigung von unten an ihre Grenzen kommt

Lose Rußablagerungen lassen sich meist gut abbürsten. Anders sieht es bei Glanzruß aus. Dabei handelt es sich um eine harte, glänzende und teerartige Ablagerung, die besonders bei feuchtem Holz, zu geringer Verbrennungstemperatur oder schlechtem Zug entsteht.

Glanzruß kann sich entzünden und einen gefährlichen Schornsteinbrand auslösen. Chemische Pulver oder sogenannte Rußentferner sind keine zuverlässige Lösung für eine massive Verkrustung. Auch das absichtliche Ausbrennen ist keine Arbeit für den Hauseigentümer, sondern ein Sonderverfahren für entsprechend berechtigte Fachleute.

In diesen Fällen nicht selbst weiterarbeiten

  • Die Bürste lässt sich nicht mehr bewegen.
  • Der Schornstein ist teilweise oder vollständig verstopft.
  • Es treten teerartige, klebrige oder sehr harte Ablagerungen auf.
  • Rauch oder Ruß dringt an Fugen, Wänden oder Revisionsklappen aus.
  • Es gab bereits einen Schornsteinbrand.
  • Der Zustand der Innenauskleidung ist unklar.
  • Asbesthaltige Bauteile könnten betroffen sein.

Auch Nester, Laub oder Fremdkörper müssen vor dem Kehren erkannt werden. Wer eine Blockade einfach nach oben schiebt, kann sie an einer Engstelle verdichten. Bei unklarem Zugverhalten, Rauchgeruch oder wiederkehrender Verrußung sollte der Ofen bis zur Prüfung nicht weiter betrieben werden.

Die häufigste Ursache für starke Ablagerungen liegt übrigens nicht in einer zu seltenen Reinigung, sondern im Heizverhalten. Feuchtes Holz, gedrosselte Luftzufuhr und dauerhaftes Schwelen fördern Ruß und Teer. Trocken gelagertes Holz und eine ausreichend heiße Verbrennung machen in der Praxis oft einen größeren Unterschied als ein besonders aggressives Reinigungsmittel.

Was in Deutschland rechtlich und organisatorisch zählt

Die Richtung der Reinigung, also von oben oder von unten, entscheidet nicht über die vorgeschriebene Häufigkeit. Maßgeblich sind die Kehr- und Überprüfungsordnung und der Feuerstättenbescheid. Dort ist festgelegt, wie oft die jeweilige Feuerstätte und Abgasanlage geprüft oder gekehrt werden muss.

Bei regelmäßig genutzten Feuerstätten für feste Brennstoffe können je nach Nutzung beispielsweise vier Kehrungen pro Jahr bei ganzjährigem Betrieb, drei Kehrungen in der üblichen Heizperiode oder zwei Kehrungen bei mehr als gelegentlicher, aber nicht regelmäßiger Nutzung vorgesehen sein. Bei nur gelegentlicher Nutzung kann eine Kehrung ausreichen. Entscheidend bleibt die individuelle Einstufung durch den zuständigen Bezirksschornsteinfeger.

Eine selbst durchgeführte Reinigung ersetzt nicht automatisch die im Bescheid verlangte Arbeit oder deren Nachweis. Für vorgeschriebene Kehrungen sollte ein in die Handwerksrolle eingetragener Schornsteinfegerbetrieb beauftragt werden. Die Feuerstättenschau und andere hoheitliche Aufgaben bleiben dem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger vorbehalten.

Mit welchen Kosten zu rechnen ist

Für einen einfachen einzelnen Zug werden auf dem freien Markt häufig etwa 30 bis 60 Euro für die reine Kehrarbeit genannt. Ein kombinierter Termin mit Überprüfung, mehreren Zügen oder zusätzlicher Reinigung kann eher bei etwa 80 bis 200 Euro liegen. Anfahrt, regionale Preise, Zugänglichkeit und der Zustand der Anlage verändern den Endbetrag deutlich.

Ich würde bei der Terminvereinbarung konkret fragen, ob die Reinigung von der unteren Revisionsöffnung aus erfolgt und ob das Rauchrohr im Preis enthalten ist. So lassen sich Missverständnisse vermeiden. Eine besonders günstige reine Kehrung ist wenig hilfreich, wenn die eigentliche Verschmutzung im Verbindungsstück oder in einer schwer zugänglichen Umlenkung sitzt.

Ein sauberer Zug beginnt mit dem richtigen Zugang

Ein Schornstein

lässt sich oft von unten kehren, wenn eine geeignete Revisionsöffnung vorhanden ist, der Zug frei bleibt und das Werkzeug zum Innenrohr passt. Für lose Ablagerungen ist diese Methode praktisch und sicherer als eine improvisierte Arbeit auf dem Dach.

Die Grenze liegt dort, wo harte Ablagerungen, Schäden, Verstopfungen oder unklare bauliche Verhältnisse auftreten. Dann zählt nicht mehr, in welcher Richtung die Bürste geführt wird, sondern eine fachgerechte Beurteilung der gesamten Anlage. Die beste Reinigung ist deshalb nicht die schnellste, sondern diejenige, die freien Abgasweg und sicheren Ofenbetrieb zuverlässig nachweist.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Am unteren Ende des senkrechten Schornsteinteils muss eine Reinigungs- oder Revisionsöffnung unterhalb des niedrigsten Feuerstättenanschlusses vorhanden und sicher zugänglich sein. Außerdem müssen Bürste und Stangen zum Querschnitt, zur Länge, zu Versätzen und zur Innenauskleidung passen.

Der Ofen oder Heizkessel muss vollständig abgekühlt sein. Lose Asche wird entfernt, Ofentür und Luftregler werden geschlossen und die Revisionsöffnung wird abgedichtet, möglichst mit einem geeigneten Kehrstaubsauger. Die Bürste wird mit flexiblen Stangen vorsichtig nach oben geführt, anschließend werden Ruß und Ablagerungen am Schornsteinfuß aufgenommen.

Bei Glanzruß, harten oder teerartigen Ablagerungen, Verstopfungen, Schäden, einer festsitzenden Bürste oder unklarer Innenauskleidung sollte nicht selbst weitergearbeitet werden. Auch nach einem Schornsteinbrand, bei möglichem Asbest oder wenn Rauch und Ruß an Fugen austreten, ist eine fachgerechte Prüfung erforderlich.

Nein. Die erforderlichen Kehr- und Prüfintervalle stehen im Feuerstättenbescheid und richten sich nach der Nutzung, beispielsweise nach ganzjährigem, saisonalem oder gelegentlichem Betrieb. Eine selbst durchgeführte Reinigung ersetzt nicht automatisch die dort verlangte Arbeit oder ihren Nachweis; vorgeschriebene Kehrungen sollten von einem eingetragenen Schornsteinfegerbetrieb ausgeführt werden.
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Autor Eduard Wendt
Eduard Wendt
Mein Name ist Eduard Wendt und ich beschäftige mich seit 14 Jahren intensiv mit den Themen Kaminöfen, Schornsteinen und Heiztechnik. Diese lange Zeit hat mir nicht nur ein tiefes Verständnis für die Materie vermittelt, sondern auch die Freude daran geweckt, komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären. Mich fasziniert, wie man mit der richtigen Technik und durchdachten Lösungen für wohlige Wärme und Effizienz im eigenen Zuhause sorgen kann. Auf ofenhaus-thaleischweiler.de teile ich mein Wissen, um Ihnen dabei zu helfen, die besten Entscheidungen für Ihre Heizbedürfnisse zu treffen. Dabei lege ich Wert darauf, aktuelle Entwicklungen im Auge zu behalten und Ihnen stets fundierte, nachvollziehbare Informationen zu präsentieren.
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