Ein Kaminofen darf in Deutschland nicht allein deshalb weiterlaufen oder neu angeschlossen werden, weil er sauber brennt oder ein CE-Zeichen trägt. Entscheidend sind die Grenzwerte der 1. BImSchV, ein nachvollziehbarer Prüfbeleg und die Eignung für Schornstein und Aufstellraum. Ich zeige, welche Modelle beispielhaft die Stufe 2 erfüllen, wie man einen Ofen zuverlässig prüft und welche Regeln 2026 für ältere Anlagen gelten.
Die passende Ofenliste beginnt mit dem Prüfnachweis
- Stufe 2 verlangt bei klassischen Scheitholzöfen höchstens 1,25 g/m³ CO und 0,04 g/m³ Staub.
- Neugeräte ab 1. Januar 2015 müssen die strengere Stufe 2 der 1. BImSchV erfüllen.
- HKI-CERT erlaubt die Suche nach Hersteller, Modell und Artikelnummer.
- Ein grüner Haken mit der Zahl 2 ist ein wichtiger Hinweis auf die Einhaltung der deutschen Stufe 2.
- Ein passender Prüfwert allein genügt nicht, denn Schornstein, Leistung und Aufstellraum müssen ebenfalls stimmen.

Was die BImSchV Stufe 2 bei einem Kaminofen verlangt
Die 1. BImSchV regelt unter anderem die Emissionen von Einzelraumfeuerungsanlagen. Bei einem üblichen freistehenden Kaminofen handelt es sich meist um einen Raumheizer mit Flachfeuerung nach DIN EN 13240. Für solche Geräte gilt in Stufe 2 ein Grenzwert von 1,25 g/m³ Kohlenmonoxid und 0,04 g/m³ Staub. Zusätzlich muss der Mindestwirkungsgrad 73 Prozent erreichen.
| Feuerstättenart | CO Stufe 2 | Staub Stufe 2 | Mindestwirkungsgrad |
|---|---|---|---|
| Raumheizer mit Flachfeuerung | 1,25 g/m³ | 0,04 g/m³ | 73 % |
| Raumheizer mit Füllfeuerung | 1,25 g/m³ | 0,04 g/m³ | 70 % |
| Speichereinzelfeuerstätte | 1,25 g/m³ | 0,04 g/m³ | 75 % |
| Geschlossener Kamineinsatz | 1,25 g/m³ | 0,04 g/m³ | 75 % |
| Herd | 1,50 g/m³ | 0,04 g/m³ | 70 % |
Die Werte beziehen sich auf die Typprüfung unter festgelegten Bedingungen und bei einem Abgas-Sauerstoffgehalt von 13 Prozent. Sie sind deshalb nicht mit einer beliebigen Messung im Wohnzimmer gleichzusetzen. Für mich ist das ein wichtiger Unterschied, weil Händlerangaben wie „besonders emissionsarm“ ohne konkreten Prüfbeleg kaum eine rechtssichere Entscheidung ermöglichen.
Die strengere Stufe 2 gilt für Einzelraumfeuerungsanlagen, die nach dem 31. Dezember 2014 errichtet wurden. Ein älterer Ofen aus dem Zeitraum 2010 bis Ende 2014 kann unter Umständen weiterhin nach Stufe 1 betrieben werden. Das wird häufig übersehen, wenn pauschal behauptet wird, jeder alte Kaminofen müsse heute Stufe 2 erfüllen.
Beispiele für Kaminöfen mit nachgewiesener Stufe 2
Eine dauerhaft gültige Gesamtliste aller verfügbaren Modelle gibt es praktisch nicht, weil Hersteller Serien ändern, Artikelnummern ersetzen und einzelne Varianten unterschiedliche Prüfberichte besitzen. Die folgende Auswahl nennt deshalb konkrete Beispiele aus der HKI-CERT-Feuerstättendatenbank. Vor dem Kauf sollte immer die exakte Modellbezeichnung mit dem Typenschild und dem aktuellen Prüfdatensatz abgeglichen werden.
| Hersteller | Modellbeispiel | Einordnung | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|---|
| Hark | Hark 56 | Klassischer Scheitholz-Raumheizer | Exakte Ausführung und Prüfjahr kontrollieren |
| Hark | Bella Ro | Raumheizer nach DIN EN 13240 | Stufe 2 gilt für die geprüfte Variante |
| Hark | Keno | Kaminofen für Scheitholz | Typenschild und Nennwärmeleistung vergleichen |
| Hark | 106 ECOplus | Emissionsoptimierter Raumheizer | Nicht mit ähnlich benannten Serien verwechseln |
| Hark | Loop | Moderner Scheitholzofen | Prüfnachweis für Holz und gegebenenfalls Briketts getrennt beachten |
| Justus | Chios | Raumheizer, 6 kW | Die geprüfte Variante und Artikelnummer übernehmen |
| Justus | Faro Aqua 2.0 II | Wasserführender Kaminofen, 8,5 kW | Zusätzlich Hydraulik, Pufferspeicher und Sicherheitsausstattung planen |
| Justus | Austin 5 II | Kompakter Scheitholzofen | Leistung passend zum Raum und Schornstein wählen |
Diese Modelle sind keine automatische Kaufempfehlung. Ein wasserführender Ofen wie der Faro Aqua 2.0 II ist technisch nicht mit einem einfachen Raumheizer gleichzusetzen. Er kann die gesetzlichen Emissionswerte erfüllen, benötigt aber ein korrekt geplantes Heizsystem mit Pufferspeicher, thermischer Absicherung und passender Hydraulik.
Auch bei einem gebrauchten Modell würde ich mich nicht auf den Markennamen verlassen. Entscheidend sind die Kombination aus Hersteller, Modell, Bauvariante und Artikelnummer. Schon eine geänderte Brennraumauskleidung oder eine andere Tür kann zu einem eigenen Prüfdatensatz gehören.
So lässt sich ein Ofen zuverlässig überprüfen
Für die Prüfung eines vorhandenen oder gebrauchten Kaminofens reichen meist wenige Angaben. Das Typenschild befindet sich häufig an der Rückseite, an der Seite oder im Bereich der Feuerraumtür. Fehlt es vollständig, wird die Identifizierung deutlich schwieriger.
- Typenschild fotografieren und Hersteller, Modell, Artikelnummer sowie Baujahr ablesen.
- Exakte Modellbezeichnung in der HKI-CERT-Datenbank eingeben.
- Prüfen, ob für Deutschland ein grüner Nachweis mit der Zahl 2 angezeigt wird.
- Die Angaben mit der Bedienungsanleitung, Leistungserklärung oder einem Prüfzeugnis des Herstellers vergleichen.
- Vor dem Einbau den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger einbeziehen.
Die HKI-Datenbank ist für diese Suche besonders praktisch, weil sie neben den Emissionswerten auch Informationen zur Mehrfachbelegung, zum raumluftunabhängigen Betrieb und zum Anschluss an ein Heizsystem enthalten kann. Ein grüner Haken mit der Zahl 2 bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Ofen an jedem Schornstein betrieben werden darf.
Die Leistung ist ein typischer Fehlkauf. Ein 8-kW-Ofen ist nicht grundsätzlich besser als ein 5-kW-Modell. In einem gut gedämmten Wohnzimmer kann er zu häufigem Drosseln zwingen, was die Verbrennung verschlechtert und Ruß, Geruch und Kohlenmonoxid begünstigen kann.
Was 2026 für ältere Kaminöfen gilt
Für alte Einzelraumfeuerungsanlagen gelten Übergangsregeln nach § 26 der 1. BImSchV. Bei Anlagen, die vor dem 22. März 2010 errichtet und in Betrieb genommen wurden, endete die letzte allgemeine Frist für Geräte mit einem Typenschilddatum von 1995 bis 2010 am 31. Dezember 2024.
Seit 2026 dürfen solche Geräte grundsätzlich nur weiterbetrieben werden, wenn sie die zulässigen Übergangswerte von 0,15 g/m³ Staub und 4 g/m³ Kohlenmonoxid einhalten. Alternativ kommt eine Nachrüstung mit einer geeigneten Staubminderungseinrichtung infrage. Ob das technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, sollte der Schornsteinfeger zusammen mit einem Fachbetrieb beurteilen.
Ein Ofen aus den Jahren 2010 bis 2014 muss dagegen nicht automatisch die Stufe 2 erreichen. Für diese Anlagen gelten die Anforderungen der damaligen Stufe 1 weiter, sofern die Voraussetzungen der Übergangsregelung erfüllt sind. Das ist einer der Gründe, warum das Baujahr allein keine ausreichende Auskunft gibt.
Ausnahmen bestehen unter anderem für offene Kamine, bestimmte Grundöfen, Anlagen in Wohneinheiten ohne andere Wärmeversorgung und sehr alte Feuerstätten, deren Herstellung oder Errichtung vor 1950 glaubhaft gemacht werden kann. Solche Ausnahmen sind im Einzelfall zu prüfen und sollten nicht ohne Rücksprache mit dem zuständigen Schornsteinfeger angenommen werden.
Warum Grenzwerte allein noch keinen guten Ofen ergeben
Ein Kaminofen mit Stufe 2 ist zunächst nur emissionsrechtlich geeignet. Für einen sicheren und effizienten Betrieb müssen zusätzlich Schornsteinzug, Rauchrohranschluss, Verbrennungsluft und Nennwärmeleistung zusammenpassen. Bei dichter Gebäudehülle kann auch ein raumluftunabhängiger Betrieb oder eine externe Verbrennungsluftzufuhr notwendig sein.
Die EU-Ökodesign-Anforderungen für neue Festbrennstoff-Einzelraumheizgeräte gelten seit 2022 zusätzlich. Sie ersetzen die deutsche BImSchV-Prüfung nicht. Wer nur auf den Begriff „Ecodesign“ achtet, kann deshalb trotzdem einen Nachweis über die deutsche Stufe 2 vermissen.
Beim Brennstoff entscheidet die Bedienung mit. Naturbelassenes, trockenes Scheitholz mit einer Restfeuchte von höchstens etwa 20 Prozent unterstützt eine saubere Verbrennung. Frisch geschlagenes Holz, lackierte Bretter, Spanplatten oder feuchtes Scheitholz gehören nicht in den Kaminofen.
Meine Erfahrung mit solchen Kaufentscheidungen ist, dass Käufer die Optik überbewerten und den Schornstein zu spät prüfen. Ein schönes Modell mit falschem Förderdruck oder zu hoher Leistung macht im Alltag mehr Ärger als ein schlichter Ofen, dessen Technik zum Gebäude passt.
Die schnellste Entscheidungshilfe für den passenden Ofen
Für eine belastbare Auswahl gehe ich in dieser Reihenfolge vor. Zuerst wird geklärt, ob es um einen neuen Ofen, ein gebrauchtes Gerät oder die Weiterverwendung einer Altanlage geht. Danach folgen die technische Prüfung und erst am Ende die Entscheidung über Design und Ausstattung.
- Neukauf: Nur Modelle mit eindeutigem Stufe-2-Nachweis und passender Leistung berücksichtigen.
- Gebrauchtkauf: Typenschild, Artikelnummer und HKI-CERT-Eintrag vor der Zahlung vergleichen.
- Altgerät: Baujahr, Übergangsfrist und mögliche Ausnahmen mit dem Bezirksschornsteinfeger klären.
- Einbau: Schornstein, Verbrennungsluft, Abstände und Mehrfachbelegung prüfen lassen.
- Betrieb: Trockenes Holz verwenden und den Ofen nicht dauerhaft im Schwelbetrieb laufen lassen.
Damit wird aus einer bloßen Modellliste eine sichere Entscheidung. Die BImSchV Stufe 2 ist der notwendige rechtliche Mindeststandard, aber ein wirklich guter Kaminofen entsteht erst durch das Zusammenspiel von sauberer Verbrennung, passender Leistung und fachgerechter Abnahme.